Naturerlebnis und Spielmöglichkeiten

 

Rund ums Mitterhaus gibt es für Groß und Klein viel zu entdecken.

Vor dem Haus blühen zahlreiche Blumen und wilde Kräuter. Diese wiederum ziehen viele Insekten an, die man von einem sonnigen Plätzchen aus beobachten kann.

 

Am Rande unserer Sitzplätze gibt es einen kleinen Sandkasten mit Spielsachen für die Kinder.

Aber vielleicht ist es noch spannender, die Kälbchen zu streicheln, die direkt nebenan weiden? Oder die freudig quiekenden Schweine mit Löwenzahn zu füttern? Oder mitzulaufen, wenn am Nachmittag die Kühe zum Melken von der Weide in den Stall geholt werden? Oder im häufig trockenen Bachbett der Bsonderach, die direkt vor unserem Haus verläuft, nach schönen Steinen zu suchen? Oder Steinmännchen zu bauen?

 

Vielleicht möchtet ihr aber auch einfach die Ruhe und die Natur genießen... Die friedlich weidenden Kühe, die von Blüte zu Blüte flatternden Schmetterlinge oder den hoch oben am blauen Himmel kreisenden Adler...


Die Alpwirtschaft am Mitterhaus

 

Die Alpe Mitterhaus umfasst 52 ha Lichtweidefläche (d.h. waldfreie Weide). Von Juni bis September weiden hier 20 Milchkühe, 30 Jungrinder, fünf Kälber und zehn Schweine.

 

Die wertvolle Milch der Kühe wird auf traditionelle Art im Kupferkessel über dem offenen Holzfeuer zu Alpkäse veredelt. Dieser wird zum größten Teil direkt auf der Alpe vermarktet.

Gerne bieten wir Ihnen auch die Möglichkeit, die Alpwirtschaft am Mitterhaus noch näher kennen zu lernen. Wenn Sie z.B. beim Käsen zuschauen oder eine Führung bekommen möchten, bitten wir Sie um eine vorherige Terminabsprache.

 

Die Bewirtschaftung der Alpflächen gestaltet sich schwierig, da diese fast alle auf der gleichen Höhe liegen. Das bedeutet, dass das Gras überall zur gleichen Zeit wächst und so die Gefahr besteht, dass es mancherorts als Futter zu alt wird. Um permanent junges Futter zu haben, bedarf es also eines ausgeklügelten Weidemanagements.

Zudem sind nicht alle Flächen befahrbar. So müssen etwa Zaunpfähle und Tränken oftmals weite Strecken getragen werden.

 

Um der Verbuschung der Weideflächen Einhalt zu gebieten, werden jedes Jahr einige Flächen geschwendet. Sie werden von Sträuchern und kleinen Bäumen befreit, damit auch hier wieder Gras wachsen kann. Dies ist ein zentraler Beitrag zum Erhalt dieser schützenswerten hochalpinen Kulturlandschaft. Die hochalpine Alpwirtschaft in Bad Hindelang wurde 2015 in das bayerische Verzeichnis für immaterielles Kulturerbe aufgenommen.


Die Landschaft im Retterschwang

 

 Das Retterschwanger Tal erstreckt sich über ca. 13 km vom Hindelanger Ortsteil Bruck auf ca 850 m Höhe bis zum "Gängele" genannten Talschluss unterm Nebelhorn auf 1847 m Höhe. Das Tal gehört zum Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen.

 

 Das Retterschwang weist drei prägende Landschaftselemente auf: den Wald, der aus Fichten, Bergahorn, Birken, Erlen u.a. besteht, die artenreichen Bergwiesen und die felsigen Gipfelbereiche der umliegenden Berge.

 Jeder Bereich hat seine Besonderheiten und verändert sich täglich mit den Stimmungen des Wetters und dem Wechsel der Jahreszeiten.

 

Wann es im Retterschwang am Schönsten ist?

Wenn im Frühling der Schnee langsam schmilzt, die Bsonderach gluckst und die ersten Blumen ihre Köpfe aus dem dürren Gras strecken?

Wenn im frühen Sommer Margeriten, Knöterich und Alpendisteln in Hülle und Fülle auf den Wiesen blühen und Adler über den Berggipfeln kreisen?

Wenn im Herbst der Wald in allen Farben leuchtet und die Berge in der tief stehenden Nachmittagssonne goldrot leuchten?

Am Schönsten ist es... immer wieder! Und immer wieder anders und neu.


Geschichte

 

Das Retterschwanger Tal und das Mitterhaus blicken auf eine lange Siedlungsgeschichte zurück.

Ab dem 14. Jahrhundert wird das Retterschwanger Tal besiedelt und das Mitterhaus erstmals als Weiler geschichtlich erwähnt. Die Besiedlung erfolgt von Bauersleuten aus dem Iller- und unteren Ostrachtal.

1572 erwerben die Grafen Fugger sowohl den Stutenhof in Hindelang als auch Grundbesitz im Retterschwanger Tal, um ihre Pferdezucht dort hin zu verlegen.

1618 kauft Maximilian Freiherr Graf Fugger zu Babenhausen das Gut Retterschwang von Thomas Bröll, 1643 geht auch das Gut Mitterhaus von Hans Lipp an die Fugger. Bis zu 250 Pferde werden jährlich im Tal gehalten, bevor in den Wirren der letzten Jahre des 30jährigen Krieges und den Schwedeneinfällen die Pferdezucht an Bedeutung verliert.

1646 versucht der Bischof von Augsburg, den Stutenhof in Hindelang und auch die Fuggerschen Besitzungen im Retterschwanger Tal zu erwerben. Die Fugger verkaufen sie jedoch an die Ostrachtaler Bauern Hans Scholl und Hans Lipp für 3600 Gulden, die sie wiederum im Jahr 1652 für 6378 Gulden an den Fürstbischof Franz Sigismund, Erzherzog von Österreich weiterverkaufen.

Nichts desto trotz erweitert das Hochstift Augsburg seinen Besitz im Retterschwanger Tal ständig. Ab 1654 gehört ihm auch die heutige Alpe Mitterhaus, die er in den Jahren 1767/68 völlig umbaut zu ihrer heutigen Form und Größe.

1803 geht mit der Säkularisation der gesamte bischöfliche Besitz im Ostrachtal an den bayerischen Staat über, der einen Großteil davon an 44 Bauersleute sowie andere Privatleute versteigert. So kommt das Mitterhaus in den Besitz des Barons Heyl zu Herrnsheim.

1900 geht über einen Tauschvertrag das Vorder- und Hinterretterschwang - und damit auch die Alpe Mitterhaus - in den Besitz des Prinzregenten Luitpold von Bayern. Nach seinem Tod im Jahr 1912 erbt sein Sohn Prinz Leopold von Bayern die Retterschwanger Besitzungen.

Ab 1930 wird der Besitz von SKH Prinz Konrad von Bayern, von 1969 bis 1997 von SKH Prinz Eugen von Bayern verwaltet. Mit dessen Tod erlischt die direkte Erbfolge des Prinzregenten und der Wittelsbacher Besitz wird testamentarisch weitergeführt.

2003 verkauft der Nachlass "SKH Prinz Eugen von Bayern" seinen Grundbesitz an Hubert Stärker aus Augsburg. Damit ist die Alpe Mitterhaus wieder in Privatbesitz, wird von der Gutsverwaltung Hinterstein verwaltet und seit 2010 von der Pächterfamilie Beßler aus Bad Hindelang bewirtschaftet.